Warum Tischtennis als Sport unterschätzt wird

“Jeder kann doch Tischtennis spielen” oder “Tischtennis ist ja kein richtiger Sport” sind so manche Aussagen die man zu hören bekommt, fällt das Gespräch auf das Thema Tischtennis. Dabei ist Tischtennis nicht nur irgendeine Sportart, es ist vermutlich auch die schnellste Ballsportart der Welt. 180 km/h Spielgeschwindigkeit- das sind immerhin 50m, die der kleine Kunststoffball pro Sekunde zurücklegt. Wer schon einmal ein richtiges Tischtennismatch der Profis gesehen hat, weiß, dass einmal Zwinkern schon dazu führen kann, die Highlights zu verpassen. Innerhalb einer Sekunde passieren im Durchschnitt nämlich drei Ballwechsel zwischen den Spielern. Dies gilt selbstverständlich für die Profis. In der Welt der “Jeder kann doch Tischtennis spielen”-Sager, purzeln die Bälle in der Regel gerade noch zum Gegner.

Der Hauptgrund für die Niederschätzung des Pingpongs ist jedoch schlichtweg Unwissenheit. Tischtennis wird hierzulande einfach kaum gefördert und ein Tischtennistisch stellt schlichtweg eine Unterhaltungsmethode in Jugendzentren und Tagesstätten dar. Spinnweben vom Tisch entfernen, jeder Spieler auf eine Seite, Ball in die Luft werfen und irgendwie, wie genau ist ja nicht wichtig, über das Netz befördern. Grunzen und Freud, wenn man den kleinen, meist orangenen oder weißen, Ball aus Zelluloid ganz in “Wer am weitesten schießt, schießt am Besten”-Manier direkt 10m hinter den Kontrahenten befördert, gehören schließlich auch dazu. Dabei hat Tischtennis so einige Regeln. Alleine für den Aufschlag findet man 10 verschiedene Regeln. Der Ball muss aus der idealen Höhe gefallen lassen werden, der Gegner muss ihn sehen, dann muss der Ball so getroffen werden, dass er vor Ankunft auf der gegnerischen Seite auch einmal auf der eigenen Tischhälfte aufschlägt… Die Regeln gehen weiter. Doch selbst wenn es weniger Regeln wären, so würde das Spiel, für manche Spiel für manche Sport, wohl weniger Fans haben.

“Aber es strengt ja gar nicht an”

Es gibt die logische Schlussfolgerung, dass Sport ja anstrengen müsse. “Tischtennis strengt mich nicht an, also ist es eher Spiel und Hobby- aber doch kein Sport!”. Bei einer Stunde hobbymäßigem Tischtennis können bis zu 400 Kilokalorien verbrannt werden. Diese Berechnung zählt für die Anhänger des Pingpongs, die ihn fortgeschrittener betreiben. Ein Profispieler verliert dem gegenüber sage und schreibe bis zu 3,5 Kilogramm pro Turniertag. Ist Anstrengung und Energieverbrauch also ein Indiz für Sport- dann ist Tischtennis ein richtiger Sport.

Die Schwelle zwischen Hobby und Ernst

Wer die Schwelle zwischen Tischtennis als Hobby und als Ernst, als Breitensport und als Leistungssport, erkannt hat, wird feststellen, dass es nicht zu unterschätzen ist. Die einen wollen nun mal Weitschießen üben und einen Abend mit Familie und Freunden im Tischtenniskeller verbringen, während die anderen beabsichtigen mit Grips und Spin den Gegner zu Fehlern zu veranlassen.

Leave a Reply